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Automatisierung ist in der Blechbearbeitung längst kein Zukunftsthema mehr. Stanzen, Laserschneiden, Abkanten: In den meisten Kernprozessen ist der Schritt von der manuell bedienten Maschine zur vollautomatisierten Fertigungszelle bereits vollzogen. Dabei verläuft die Entwicklung nicht überall gleich schnell, und nicht jede Lösung rechnet sich für jeden Betrieb. Was heute technisch möglich ist, wo die wirtschaftlichen Grenzen liegen und was der Wandel für Menschen in der Fertigung bedeutet, sind Fragen, die sich die Branche gerade aktiv stellt.

BVS Blechtechnik taucht bereits tief in diesen Wandel ein. Sie betreibt automatisierte Fertigungszellen in mehreren Kernprozessen und verfügt über langjährige Erfahrung in der wirtschaftlichen Umsetzung von Automatisierung.

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Laserschneiden und Stanzen: der Stand der Vollautomatisierung

Beim Laserschneiden und Stanzen hat die Automatisierung einen Stand erreicht, der vor zehn Jahren kaum vorstellbar war. Moderne Anlagen arbeiten mit automatischer Materialversorgung, integriertem Werkzeugspeicher und automatischer Teileentnahme. Das sogenannte hauptzeitparallele Rüsten, also das Vorbereiten des nächsten Auftrags, während die Maschine noch den aktuellen abarbeitet, ermöglicht eine nahezu unterbrechungsfreie Produktion mit minimalem Personaleinsatz.

Voraussetzung dafür ist eine zuverlässige Materiallogistik. Automatische Hochregallager, in der Branche unter Systemen wie STOPA bekannt, sorgen für die kontinuierliche Versorgung der Anlagen mit Rohmaterial und nehmen fertige Teile wieder auf, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Das Ergebnis sind Fertigungsabläufe, die über Stunden oder sogar über Nacht vollkommen mannlos laufen können.

Automatisiertes Abkanten: Roboter übernehmen das Handling

Beim Abkanten war die Automatisierung lange schwieriger umzusetzen als beim Schneiden, weil das Handling von Blechteilen besondere Anforderungen stellt: Die Teile müssen beim Biegen exakt positioniert und während des gesamten Vorgangs geführt werden. Moderne Robotersysteme beherrschen das heute zuverlässig.

Abkantpressen mit integriertem Werkzeugspeicher rüsten sich selbsttätig um, ohne dass ein Bediener eingreift. Handlingsroboter übernehmen die Teilezuführung und -abführung vollautomatisch. Die Programmierung erfolgt dabei überwiegend offline: Das Bewegungsprogramm wird am Rechner erstellt und auf die Anlage übertragen. Bei neueren Robotergenerationen ist ein manuelles Nach-Teachen beim ersten Einfahren kaum noch nötig. Bei BVS Blechtechnik sind fünf automatisierte Abkantpressen im Einsatz, die sich eigenständig rüsten und in Kombination mit angebundenen Handlingsrobotern vollautomatisch produzieren.

Erfahren Sie mehr zum automatisierten Abkanten in der Blechbearbeitung.

Durchgängige Datenflüsse als Grundlage automatisierter Fertigung

In der Praxis zeigt sich: Automatisierung ist nur so stabil wie die Datenflüsse, die sie steuern. Eine CNC-Maschine, die nicht mit dem ERP-System kommuniziert, und ein Roboter, der keine aktuellen Auftragsdaten empfängt, sind zwar automatisiert, aber nicht vernetzt. Der entscheidende Schritt ist die durchgängige Softwareintegration vom CAD-Modell bis zur Maschine.
Das Ziel ist dabei kein monolithisches Gesamtsystem, sondern eine Kette klar definierter Schnittstellen: Konstruktionsdaten fließen in die Arbeitsvorbereitung, von dort in die Programmiersoftware der Maschinen und schließlich bis zum Werker an der Anlage. Wo diese Kette lückenlos funktioniert, entstehen keine Informationsbrüche, die zu Fehlern, Wartezeiten oder Rüstproblemen führen.

Qualitätssicherung im automatisierten Betrieb

Wer prüft, wenn niemand an der Maschine steht? Diese Frage stellt sich bei jeder vollautomatisierten Schicht, und die Antwort hängt vom Prozess ab.

Beim Laserschneiden und Stanzen erfolgt die Prüfung außerhalb der Anlage, also nach der Bearbeitung. Integrierte Messsysteme in der Maschine selbst sind dort nicht üblich. Beim Abkanten hingegen sind Winkelmesssysteme direkt in die Anlagen integriert: Sie erfassen den Biegewinkel automatisch, erkennen Abweichungen und korrigieren den Prozess, bevor das nächste Teil gefertigt wird. Ein systematischer Fehler lässt sich so früh identifizieren, ehe er eine ganze Charge betrifft.

Die vollständige Qualitätskontrolle aller Maße findet in der Regel am Ende einer Schicht oder zu Beginn des nächsten Arbeitstages statt. Stabile Prozesse ermöglichen heute mannlose Produktionsphasen von sechs bis acht Stunden bei gleichbleibender Qualität.

Wie Fachkräftemangel Investitionen und Arbeitsweisen verändert

Einer der stärksten Treiber der Automatisierung in der Blechbearbeitung ist nicht die reine Effizienzsteigerung, sondern der Fachkräftemangel. Wenn Stellen unbesetzt bleiben, müssen Maschinen die Lücke schließen. Vollautomatisierte Nachtschichten, mannlose Wochenendproduktion und selbstrüstende Anlagen sind für viele Betriebe eine operative Notwendigkeit geworden. Für viele Betriebe rechnet sich die Automatisierung vor allem dadurch, dass sie Personalengpässe kompensiert und Produktionsfähigkeit sichert.

Was dieser Druck für die Menschen in der Fertigung bedeutet, lässt sich an einem einfachen Bild zeigen. Noch vor einigen Jahren stand an einer manuellen Abkantpresse ein Facharbeiter, der Tag für Tag denselben Winkel zog. Heute sitzt an einer automatisierten Fertigungszelle jemand am Rechner, programmiert Abläufe, überwacht Prozesse über digitale Systeme und greift nur dann manuell ein, wenn das System es erfordert. Es ist derselbe Beruf, aber eine grundlegend andere Tätigkeit. Repetitive Handarbeit tritt in den Hintergrund, gefragt sind Softwareaffinität, Prozessverständnis und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln.

Für Berufseinsteiger, die mit digitalen Werkzeugen aufgewachsen sind, ist dieser Wandel oft selbstverständlich. Bei erfahrenen Fachkräften braucht der Übergang manchmal mehr Zeit. Wer jahrelang auf eine bestimmte Weise gearbeitet hat, wechselt nicht von heute auf morgen das Werkzeug. Das ist keine Schwäche, sondern eine reale Herausforderung, mit der viele Betriebe aktiv umgehen müssen.

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Wo Prozesse an ihre technischen und wirtschaftlichen Grenzen stoßen

Bei den Kernprozessen Stanzen, Laserschneiden und Abkanten gibt es heute kaum Situationen, in denen Automatisierung scheitert. Die deutlich höheren Hürden liegen in den nachgelagerten Prozessen. Beim Nieten und bei der Montage von Baugruppen treffen unterschiedliche Teilegeometrien, wechselnde Toleranzen und kleine Stückzahlen aufeinander, eine Kombination, die die vollständige Automatisierung in den meisten Fällen unwirtschaftlich macht.

Teilautomatisierung, bei der Roboter oder Hilfssysteme einzelne repetitive Schritte übernehmen, ist dort oft der pragmatischere Weg. Eine eigene Entwicklung gibt es beim Sortieren von lasergeschnittenen Teilen: Das galt lange als eine der letzten großen manuellen Aufgaben in der Blechfertigung, weil die Teilevielfalt und die unregelmäßigen Formen Roboter vor erhebliche Probleme stellten. Erst seit Kurzem gibt es industriell einsetzbare Lösungen, die diesen Schritt mithilfe von KI und Bildverarbeitung automatisieren.

Worauf es bei der Umsetzung wirklich ankommt

Automatisierung in der Blechbearbeitung ist kein Alles-oder-Nichts-Prinzip. Die sinnvollsten Lösungen entstehen dort, wo Unternehmen genau analysieren, welche Prozesse von vollständiger Automatisierung profitieren, wo Teilautomatisierung ausreicht und wo menschliches Urteilsvermögen nicht ersetzbar ist. Der technologische Stand macht heute vieles möglich, was vor wenigen Jahren noch unwirtschaftlich oder technisch nicht beherrschbar war. Ob Automatisierung sinnvoll ist, entscheidet sich nicht an der Maschine, sondern am Zusammenspiel aller Prozesse. Eine realistische Bewertung ist deshalb entscheidend.

FAQ

Laserschneiden, Stanzen und Abkanten zählen zu den am stärksten automatisierten Kernprozessen. Reproduzierbare Teile, stabile CNC-Steuerungen und automatisiertes Bauteilhandling ermöglichen hohe Effizienz. Schwieriger wird es bei Montage und manuellen Fügeprozessen, da Teilevielfalt und kleine Losgrößen die Automatisierung begrenzen.

Der nächste Auftrag wird vorbereitet, während die Maschine noch produziert. Stillstandzeiten entfallen nahezu vollständig. Das steigert die Auslastung und ist eine zentrale Voraussetzung für einen wirtschaftlichen, mannlosen Betrieb.

Ja, bei stabilen Prozessen, automatischer Materialversorgung und integrierter Qualitätssicherung. Mannlose Produktion von sechs bis acht Stunden ist heute in der Blechbearbeitung realistisch – vorausgesetzt Materiallogistik, Prozessstabilität und Qualitätssicherung greifen ineinander. Die finale Qualitätskontrolle erfolgt in der nächsten Schicht.

Der Fokus verschiebt sich von manueller Arbeit zu Programmierung, Prozessüberwachung und digitalen Systemen. Technikaffinität und Lernbereitschaft werden wichtiger. Die Tätigkeit wird anspruchsvoller und vielseitiger.

Teilweise. Beim Abkanten ermöglichen automatische Werkzeugwechsel kurze Rüstzeiten auch bei kleinen Serien. Bei komplexen Einzelteilen oder stark wechselnden Geometrien bleibt manuelles oder teilautomatisiertes Arbeiten oft sinnvoller.