Angespannte Situation am Beschaffungsmarkt

Angespannte Situation am Beschaffungsmarkt

Stabile Materialversorgung dank BVS Einkaufsteam

Der Materialmangel in der deutschen Industrie wird nach Erwartungen vieler Unternehmen mindestens noch 10 Monate anhalten, besagt eine Juni-Umfrage des ifo Instituts. Gleichzeitig klagten 74,1 Prozent der Firmen über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Die Kolleg:innen im BVS Einkauf bestätigen die schwierige Lage, die seit dem ersten pandemiebedingten Lockdown leider zum Alltag geworden ist. Eines hat unser Team jedoch trotz allen Widrigkeiten gemeistert: die Materialien für die laufende Produktion der kundenspezifischen Produkte aus Feinblech, Baugruppen und Endgeräte konnten besorgt werden.

Die aktuelle Lage bei Lieferanten

Die Gründe für den regelrechten Sturm in der weltweiten Materialbeschaffung sind vielfältig: Lieferketten sind aus dem Rhythmus, Materialknappheit bei vielen Rohstoffen, fehlende Container, stark gestiegene Nachfrage in bestimmten Branchen, Produktionsausfälle und seit einigen Monaten die enorm gestiegenen Energiekosten als Folge des Kriegs in der Ukraine. All diese Faktoren erschweren die Arbeit beim BVS Einkaufsteam.
„Unsere Einkäufer müssen Angebote für Metalle sehr zeitnah bestellen, denn die Preise sind teilweise auf eine Stunde befristet, erklärt Harald Steiner, Geschäftsführer BVS Blechtechnik. Von Lieferanten erhalten wir Kommentare wie „Der Markt ist in den letzten Wochen aufgrund der aktuellen Weltgeschehnisse eskaliert. Rohstoff- und Energieversorgung, sowie Logistikkosten sind u.a. wesentliche Treiber der Entwicklungen.“ Weiter heißt es:“ Die ursprünglich angedachten Preiserhöhungen der Hersteller für Q2/22 haben sich in den letzten Wochen mehrfach überholt….Sie müssen von sehr deutlichen Preiserhöhungen weiter ausgehen.“ Daher sind tägliche Neubewertungen der Kundenaufträge leider nötig. Einen Höhepunkt der Preissteigerungen für Edelstahl gab es im April 2022, damals lagen die Preise für Edelstahl um 180% höher gegenüber Oktober 2020.

Selbst Standardartikel wie Schrauben haben eine Lieferzeit von ca. 40 Arbeitstagen. Ebenfalls extreme Verhältnisse herrschen in der Papierindustrie; für unsere Verpackungen erhalten wir Lieferterminzusagen nur für zwei Monate im Voraus, bei Preisaufschlägen von bis zu 30%. Weiterhin schwierig ist der Zustand im Elektronikbereich, da die Elektronikkomponenten hauptsächlich von asiatischen Lieferanten an deutsche Abnehmer verladen werden. Des Weiteren produzieren beispielsweise Dreher oder Fräser keine neuen Artikel. Wegen sehr starker Auslastung können hier nur bisher bekannte Teile geordert werden. Hinzu kommen die eingeschränkten Fahrerkapazitäten für LKW, so dass kleine Mengen nicht abnehmbar sind, da nur ganze Ladungen verschickt werden.

BVS Einkauf plant weitblickend, Anpassungen jedoch unumgänglich

Die Ursachen für den erhöhten Arbeitsaufwand speziell im Einkauf, für diverse Lieferverschiebungen oder Preisanpassungen, sind demzufolge vielschichtig. Herr Steiner empfiehlt: „Wir appellieren an unsere Kunden: planen Sie mehrstufig, nennen Sie uns Ihre gewünschten Mengen pro Monat und rufen Sie uns Ihre Vorhersagen für die nächsten sechs bis zwölf Monate zu.“ Damit versucht unser Einkaufsteam gewisse Größen der benötigten Materialien frühzeitig zu sichern und vorausschauend zu bestellen. Dank der sehr guten Kommunikation unserer Einkäufer mit vielen langjährigen Geschäftspartnern läuft unsere Materialversorgung stabil. Leider sehen wir uns gezwungen die gestiegenen Anschaffungskosten bei unseren Angeboten zu berücksichtigen und hoffen auf ihr Verständnis für die drastisch veränderten Rahmenbedingungen.